Weißbüschelaffen (Callithrix jacchus)

Weißbüscheläffchen gehören zur Familie der Krallenaffen und leben im nordöstlichen Brasilien. Mit einer Größe von 16 bis 20 Zentimetern bringen sie nur maximal 300 bis 350 Gramm auf die Waage und zählen damit zu den kleinsten Vertretern unter den höheren Primaten.

Weißbüschelaffen erreichen eine Kopfrumpflänge von 18 bis 25 Zentimetern, der Schwanz ist mit etwa 30 Zentimetern deutlich länger. Ihr Gewicht beträgt etwa 300 bis 400 Gramm. Ihr Fell ist vorwiegend graubraun gefärbt, am Rücken verlaufen einige helle Querstreifen. Auch der Schwanz ist gestreift. Ihr Kopf ist bräunlich gefärbt, charakteristisch sind die weißen, büschelartigen Haare, die die Ohren umgeben. Ein weißer Fleck findet sich auf der Stirn, das Gesicht ist haarlos. Die Gliedmaßen sind eher kurz, wie bei allen Krallenaffen befinden sich an den Fingern und Zehen (mit Ausnahme der Großzehe) Krallen statt Nägeln. Männchen und Weibchen sehen sehr ähnlich aus und zeigen keinen Geschlechtsdimorphismus.

Lateinischer Name:Callithrix jacchus
Vorkommen:Weißbüschelaffen bewohnen das nordöstliche Brasilien. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet reichte von Maranhão oder Piauí bis zum Nordufer des Rio São Francisco. Mittlerweile sind sie auch in anderen Regionen Brasiliens heimisch, etwa in Bahia, Rio de Janeiro und Santa Catarina, aber auch in Buenos Aires.
Nahrung:Auf dem Speiseplan der Weißbüschelaffen stehen vor allem Pflanzensäfte und gummiartige Exsudate. In der Trockenzeit machen diese Substanzen 80 Prozent ihrer gesamten Ernährung aus. Die Verfügbarkeit der Baumsäfte bestimmt entscheidend die Gruppengröße und Überlebenschancen der Weißbüschelaffen. Ihre besondere Ernährungsweise ermöglicht es ihnen, auch mit kleinen Lebensräumen auszukommen und vermindert die Nahrungskonkurrenz zu anderen Primatenarten. Um an die Baumsäfte zu gelangen, haben die Weißbüschelaffen ein spezielles Gebiss entwickelt. Sie besitzen vergrößerte, meißelartige Schneidezähne, die auf ihrer Außenseite verstärkten Zahnschmelz aufweisen. Die ungleiche Abnutzung von Zahnschmelz und Zahnbein führt zu einer ständigen Schärfung der „Schneidekante“, mit der die Affen die Baumrinde benagen und so den Fluss der Pflanzensäfte und Exsudate stimulieren können. In der Regenzeit nehmen Weißbüschelaffen vor allem Früchte zu sich, die 60 bis 100 Prozent ihrer Ernährung ausmachen können. Daneben fressen sie Blüten, Nektar und Pilze, aber auch tierische Nahrungsquellen wie Grashüpfer und Heuschrecken sowie Schnecken, kleine Eidechsen und Baumfrösche
Paarungsart:Gefangenschaft bilden Weißbüschelaffen nahezu ausschließlich monogame Paare. In freier Wildbahn dürfte das Paarungsverhalten hingegen flexibler sein, neben monogamen Paaren kommt es auch zur Polyandrie, das heißt ein Weibchen – das dominante – paart sich mit mehreren Männchen. Die Weibchen sind das ganze Jahr über fortpflanzungsfähig und haben einen Regelzyklus von durchschnittlich 28 Tagen Länge, ähnlich wie beim Menschen. Allerdings gibt es keine Regelblutung oder andere äußere Anzeichen des Zyklus. Nach einer Tragezeit von ca. 150 Tagen bringt das Weibchen wie bei allen Krallenaffen in der Regel Zwillinge zur Welt.

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